Kandidatenvorstellung: Christian Nobis

 
SteckbriefPorträt von Christian Nobis
Name: Christian Nobis
Kreistag Wahlbereich 4 (Gemeinde Wallenhorst und Belm), Gemeinderat Wallenhorst
Geburtsjahr: 1982
Wohnort: Wallenhorst Lechtingen
Beruf: Fachinformatiker
 
Vorstellung
Moin Moin,
 
mein Name ist Christian Nobis, ich bin 33 Jahre alt und ich kandidiere für die Piraten zum Kreistag Osnabrück und Gemeinderat Wallenhorst. Vor einigen Tagen wurde ich gefragt: Warum kandidieren Sie für den Kreistag, was haben die anderen denn so falsch gemacht? 
 

Ich fand die Frage interessant und, neben der Antwort, die ich spontan gegeben habe, möchte ich hier den Platz nutzen, um etwas genauer darauf einzugehen. Wenn man für ein politisches Mandat kandidiert, sagt man damit heutzutage ja direkt oder indirekt damit aus: "Ich denke, ihr macht hier einen schlechten Job, ich/wir könnten es besser." Ich denke aber, es sollte nicht die Motivation sein, dem politischen Mitbewerber darauf aufmerksam zu machen, was er falsch gemacht hat oder besserwisserisch jeden Fehler auszuschlachten, sondern nach vorne zu sehen, Chancen zu nutzen und Ideen gemeinsam zu entwickeln. 
 
Meine Motivation, in die Piratenpartei einzutreten und auch dabei zu bleiben, war immer das Gestalten und Ermöglichen von Ideen, mein Antrieb ist es, jedem Talent und jedem Menschen den Freiraum zu geben, sich und unsere Gemeinschaft mitzuentwickeln. Auch wenn man solch pathetische Sätze bei anderen Parteien auch das ein oder andere mal hört, gelebt wird es meiner Meinung nach bei den Piraten am besten. 
 
Aber wie möchte ich dies in die Tat umsetzen, sollte ich am 11. September in den Gemeinderat Wallenhorst oder den Kreistag gewählt werden, bzw.: Warum fehlen hier gerade Piraten?
Als Beispiel möchte ich hier ein wenig auf das Thema des Wahlkampfes in Wallenhorst eingehen: Die neue Mitte. In den Augen der einen sollte es ja kein Thema für den Kommunalwahlkampf werden, die Bürgerbefragung ist gleichzeitig mit der Kommunalwahl und der alte Rat soll danach direkt die nötigen Beschlüsse fällen, für die anderen scheint es das einzige Thema zu sein, verbunden mit der Aufforderrung mit Nein zu stimmen. 
 
Als Pirat geht es mir hier nicht nur um das "Ob", sondern auch um das "Wie". So gab es zur Vorstellung des Projektes zwar zwei Informationsabende, gut besucht und zur einen Hälfte auch recht informativ, die öffentlich verfügbaren Informationen lassen dennoch zu wünschen übrig. So vermisse ich bei beiden Optionen eine Angabe der konkreten Auswirkungen. Wann wird gebaut, welche rechtlichen Risiken hat ein Nein und warum können die Bürger nun Nein zum Projekt sagen, wenn der Ratsbeschluss zum Ausstieg aus dem Vorgängerprojekt drei Jahre lang nicht umgesetzt werden konnte?
 
Das Bezeichnende ist, dass auf der Internetseite der Gemeinde auf diese Fragen nicht eingegangen wird, ja selbst die genaue Fragestellung findet sich nur versteckt im Ratsinformationssystem und nicht auf den Projektseiten. Sie lautet übrigens: "Soll das Wohn- und Geschäftszentrum „Neue Mitte Wallenhorst“ errichtet werden?"
 
Ganz ehrlich? Ich überlegte kurzzeitig sogar, mich hier zu enthalten, werde mich, als abstimmender Bürger, aber auf die Sachfrage konzentrieren. Möchte ich, dass dieses schlüsselfertige Konzept umgesetzt wird, gebe ich der geschürten Angst nach, dass hier ansonsten die Einkaufsmöglichkeiten in den Ortsteilen leiden, möchte ich das Konzept nicht, gebe ich hier der Angst nach, dass hier ansonsten jahrelanger Stillstand herrscht.
 
Als Bürger werde ich hier mit Nein stimmen, besonders da dieses Projekt gegen vieles steht, für das ich als Pirat stehe: Zubauen von Freiräumen, Bürgerbeteiligung ohne komplette Information der Auswirkungen. Als Pirat und möglicherweise zukünftiges Mitglied des Rates muss das Votum der Bürger am 11.9. konsequent umgesetzt werden, egal ob es hier ein Ja oder Nein geben wird.