UWG und PIRATEN kritisieren Prozedere für Auswahlverfahren in Verwaltungsspitze

Auswahlverfahren ein Trauerspiel auf Kosten der Bürger

Die Gruppe UWG und PIRATEN sieht dieses Auswahlverfahren als Postengeschacher der großen Parteien: “Hier wird mal wieder nach dem Parteibuch der Bewerber und nicht nach Eignung und Befähigung ausgewählt!” beklagt Wulf-
Siegmar Mierke.

“Das ist die Retourkutsche der CDU für das ‘grobe Foulspiel’ der SPD bei der Terminfindung für die Bürgermeisterwahl. Hier geht es nicht darum, zum Wohl der Stadt eine offene Stelle mit einem geeigneten Bewerber zu besetzen, sondern um Parteienproporz und persönliche Befindlichkeiten” fügt Ratsmitglied Ralf ter Veer von den PIRATEN hinzu.

Dieses Gezänk hatte im Bewerbungsverfahren bereits dazu geführt, dass kompetente Kandidaten abgesagt hatten, da sie unter diesen Umständen nicht in Osnabrück arbeiten wollen. Die dreiste Herabstufung von Hochschulabsolventen seitens der CDU wird den Kreis motivierter und fähiger Kandidaten weiter verkleinern. Aus Sicht der UWG und PIRATEN sollen künftige Ausschreibungen von vorneherein keine Bewerber diskriminieren, nur weil sie sich für ein Studium an der Fachhochschule entschieden haben.

Ratsmitglied Mierke von der UWG fügt hinzu: “Es ist einfach nicht demokratisch und offensichtlich auch nicht effektiv, wenn allein der OB das Vorschlagsrecht für die wichtigen Posten hat und die Auswahlgespräche ausschließlich von den
Personalberatern geführt werden.” Diese Vorgehensweise ist allerdings gesetzlich im geltenden Niedersächsischen Kommunalverfassungsgesetz verankert.

“Wir sind der Meinung, dass dringend geprüft werden muss, ob die Möglichkeit besteht, dieses Verfahren durch eine Änderung der Geschäftsordnung für Osnabrück zu ändern. So hätten auch die im Rat vertretenen Mandatsträger die Möglichkeit Vorschläge einzubringen und auf die Auswahl der Kandidaten Einfluss zu nehmen.” Nur so sieht Mierke gewährleistet, dass zukünftig nicht ausschließlich die Parteizugehörigkeit der Bewerber ausschlaggebend ist und Pannen, wie wir sie eben erleben, mit zum Teil finanziell desaströsen Auswirkungen (siehe Fall Bott) nicht mehr vorkommen.